Wie Veränderung funktioniert

David Strobel hilft dem Hamburger Helfernetzwerk Hanseatic Help. Er nutzt dafür sein digitales Wissen und die Ressourcen seines Arbeitgebers

Herr Strobel, wie begann Ihr Engagement für Hanseatic Help?

2015 hieß diese gemeinnützige Organisation noch »Kleiderkammer Messe­hallen« und verteilte Kleidung an Flüchtlinge. Ich war damals einer der Spender und half, wie so viele, beim Sortieren und Packen.

Damit war Ihr Einsatz aber nicht zu Ende. Die Organisatoren registrierten, dass viele Helfer weitermachen wollten. Sie gründeten einen Verein und stellten sich professio­neller auf. So entstand Hanseatic Help, ein großes Helfernetzwerk. Weshalb sind Sie geblieben?

Ich war beeindruckt vom Geist der Gründer und des Teams: Das war wie ein Start-up, das waren Menschen wie du und ich, die spontan diese Commu­nity gebildet hatten. Jeder brachte ein, was er wusste und konnte.

Hanseatic Help Hanseatic Help

„Wir haben beim Marketing unterstützt und überlegt, wie Hanseatic Help nach außen auftreten sollte, wie ansprechende Online-Werbung aussieht, damit die Leute schnell hinfinden, wenn sie Kleidungsstücke abgeben möchten“: Impressionen von Hanseatic Help.

Was haben Sie eingebracht?

Mein digitales Wissen und meine Kontakte – ich kümmere mich bei Google um die Strategie und Operations für YouTube. Wir haben für Hanseatic Help Workshops organisiert, damit der Verein und dessen Helfer sich besser vernetzen. Wir haben beim Marketing unterstützt und überlegt, wie Hanseatic Help nach außen auftreten sollte, wie ansprechende Online-Werbung aussieht, damit die Leute schnell hinfinden, wenn sie Kleidungsstücke abgeben oder sich einbringen möchten. Mit der Miami Ad School hier in Hamburg haben wir nach weiteren Kommunikationsstrategien gesucht, die das Motto »Einfach machen« unterstützen. Das passt auch gut zu Googles Herangehensweise: durch gemeinsames Handeln und innovative Technologien Probleme zu lösen.

„Große Veränderung entsteht durch die Verkettung vieler kleinerer Veränderungen“: David Strobel im Gespräch mit Arnd Boekhoff, bis März 2018 im Vorstand von Hanseatic Help.

Wie haben Sie Ihren Einsatz für Hanseatic Help mit Ihrer alltäglichen Aufgabe bei Google vereinbart?

Solche freiwilligen Projekte kommen natürlich zur vorhandenen Arbeit hinzu. Aber es ist Teil unserer Kultur, für einzelne Projekte und Interessen der Mitarbeiter offen zu sein und diese zu unterstützen. Egal in welchem Bereich.

Was haben Sie in Ihrem Engagement gelernt?

Ich habe gelernt, wie Veränderung funktioniert.

Wie funktioniert sie?

Große Veränderung entsteht durch die Verkettung vieler kleinerer Veränderungen. Damit sie funktioniert, braucht es Macher, die neue Ideen, Menschen und Initiativen zusammenbringen und weiter verketten. Und davon gibt es besonders tolle bei Hanseatic Help – die »einfach weitermachen«.

Sie möchten sich für andere Menschen einsetzen? Sechs Ideen für soziales Engagement

Einfach vor Ort starten

Die Caritas betreibt deutschlandweit 54 Freiwilligenzentren. Dort vermittelt sie Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen möchten, in die verschiedensten Hilfsprojekte.

Die freiwillige Auszeit

Sie haben Zeit, sich mindestens sechs Monate zu engagieren? Der Bundesfreiwilligendienst richtet sich an Menschen jeden Alters und bietet viele verschiedene Einsatzfelder.

Das Richtige finden

Sind Sie der Typ für freiwilliges Engagement? Welches Ehrenamt würde zu Ihnen passen? Das Hilfeportal der Diakonie beantwortet Fragen und zeigt Möglichkeiten auf.

Einfacher spenden

Sie möchten gutes Engagement finanziell unterstützen? Oder Hilfsgelder für Ihr wohltätiges Projekt einsammeln? Für beides eignet sich Betterplace, Deutschlands größte Spendenplattform.

Helfer zusammenbringen

Ein Team, ein Tag, ein Ziel: Der Verein tatkräftig hilft Freiwilligengruppen, sich einfach und wirkungsvoll zu organisieren. Bisher in Hamburg, weitere Städte erwünscht – wenn Freiwillige mitmachen.

Ein Los kaufen

Aktion Mensch setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft ein. Wer die Organisation unterstützen möchte, kann Lose kaufen oder Zeit spenden.

Fotografie: Eva Häberle; Illustration: Giacomo Bagnara

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