Chancen ergreifen

Mit dem Wissen aus der Google Zukunftswerkstatt bilden sich Menschen fachlich und persönlich weiter: Sie erlernen Kompetenzen, die in der Digitalisierung künftig wichtiger werden. Die Geschichten von Nicole Arndt-Stadt und Ximena Paula Barbano sind zwei Beispiele von vielen

Vor fünf Jahren machte sich die Geologin Nicole Arndt-Stadt selbstständig, veranstaltete Kreativ-Events und fuhr zu Kund:innen für Kindergeburtstage mit »Do it Yourself«-Programm. 2020 eröffnete sie in Hamburg ein Geschäft für Kristalle mit angeschlossenen Eventräumen. Diese kann jede:r für Partys, Junggesell:innenabschiede und Team-Events buchen. Auf Wunsch vermittelt Nicole Arndt-Stadt dabei zum Beispiel, wie man Bernstein schleift oder Freundschaftsarmbänder knüpft. Little Glow heißt das Unternehmen, kleines Leuchten. »Die Idee kam auch gut an«, erinnert sich Arndt-Stadt. »Aber am Anfang war mein Angebot kaum bekannt, ich musste dringend meine Sichtbarkeit verbessern.«

In einem Vortrag der Handelskammer Hamburg über Onlinemarketing hörte die Jungunternehmerin 2018 zum ersten Mal von der Google Zukunftswerkstatt. Arndt-Stadt besuchte daraufhin mehrere Trainings der Google Zukunftswerkstatt in Hamburg und hörte dabei von dem Begriff »Customer Journey«. Das ist die Erfahrung, die Kund:innen machen, ehe sie sich für den Kauf eines bestimmten Produktes oder einer Dienstleistung entscheiden. »Ich habe mich damals zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigt«, erinnert sich Nicole Arndt-Stadt. Sie bildete sich weiter fort, erfuhr Hintergründe zum Thema Onlinemarketing, lernte Tools wie das Unternehmensprofil in der Google Suche und auf Google Maps kennen, außerdem Anwendungen wie Google Analytics und Google Ads, die sie seitdem regelmäßig verwendet.

Nicole Arndt-Stadt Little Glow
»Am Anfang war mein Angebot kaum bekannt, ich musste dringend meine Sichtbarkeit verbessern«
Nicole Arndt-Stadt, Gründerin von Little Glow

»Als Naturwissenschaftlerin arbeite ich nach wie vor gern mit Daten und Statistiken, um mein Unternehmen zu analysieren und voranzubringen«, sagt Arndt-Stadt. »Nach den Sommerferien zum Beispiel, das habe ich dank Google Analytics beobachtet, ist das Interesse an Kindergeburtstagen immer besonders hoch. In diesem Zeitraum buche ich dann verstärkt Anzeigen.« Im Jahr nach dem ersten Training in der Google Zukunftswerkstatt vervierfachten sich Arndt-Stadts Event-Buchungen.

Digitale Tools sind aus dem Privat- wie aus dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Viele wollen deshalb an dieser Stelle hinzulernen. Seit Gründung der Google Zukunftswerkstatt im Jahr 2014 nahmen mehr als 1,4 Millionen Menschen an den kostenlosen Trainings teil, die vor der Pandemie sowohl online als auch vor Ort in den Trainingszentren in Hamburg, München und Berlin stattfanden (und aktuell ausschließlich online durchgeführt werden). Verena Gauthier und Lena Rohou verantworten gemeinsam die Google Zukunftswerkstatt in Deutschland. »Wir sehen, dass durch die Digitalisierung zwar Arbeitsplätze wegfallen, aber auch viele neue entstehen«, sagt Verena Gauthier. »Um diese Arbeitsplätze zu besetzen oder sich erfolgreich den Anforderungen im Job zu stellen, brauchen wir alle digitale Kompetenzen.« In den Trainings der Google Zukunftswerkstatt lernen die Teilnehmer:innen einerseits fachliche Kompetenz – etwa nützliche Tools fürs Onlinemarketing oder die Grundlagen des Programmierens. Sie lernen andererseits aber auch Soft Skills wie selbstsicheres Kommunizieren, Kreativitätstechniken oder Netzwerken.

Lena Rohou Verena Gauthier

Lena Rohou (links) und Verena Gauthier leiten die Google Zukunftswerkstatt in Deutschland gemeinsam im Rahmen eines Job Sharings.

»Um uns erfolgreich den neuen Anforderungen im Job zu stellen, brauchen wir alle digitale Kompetenzen«
Verena Gauthier, Google Zukunftswerkstatt

Lena Rohou gibt als zertifizierte Trainerin einen Workshop in der Google Zukunftswerkstatt, das #IamRemarkable-Training, das auch Nicole Arndt-Stadt nutzte. »Uns fällt auf, dass insbesondere Frauen zurückhaltend sind, wenn es darum geht, über Erfolge zu sprechen«, sagt Rohou. »Männern fällt das in der Tat oft leichter, das ist nicht nur ein Klischee.« I am remarkable bedeutet zu Deutsch soviel wie Ich bin bemerkenswert. Das gleichnamige Training der Google Zukunftswerkstatt ermutigt die Teilnehmer:innen, selbstbewusster über eigene Erfolge zu sprechen. Nicole Arndt-Stadt nahm an dem Angebot teil und erinnert sich genau an den Moment, in dem sie endlich aussprechen konnte, wie stolz sie auf ihr Unternehmen und auch auf sich selbst ist. »Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen«, sagt Arndt-Stadt, »und in diesem Kurs, zwischen all den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die von ähnlichen Erfahrungen berichteten, konnte ich mich öffnen und es aussprechen: Ich habe mein eigenes Unternehmen aufgebaut – und das ist einfach toll.«

»Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, neue Berufsfelder entstehen und erfordern digitale Kompetenzen«, sagt Lena Rohou, rechts im Bild.

In den #IamRemarkable-Trainings schreiben die Teilnehmer:innen in einer Übung alle ihre Stärken und Besonderheiten auf einen Zettel. »Das fällt vielen erst mal schwer, aber es lohnt sich«, sagt Lena Rohou. »So erkennen die Teilnehmer:innen, dass sie stolz auf ihre Erfolge sein können und dass es auch in der Gruppe gut ankommt, wenn sie davon berichten.« In Zukunft soll das Angebot der Google Zukunftswerkstatt noch mehr Menschen zugänglich gemacht werden. »Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, neue Berufsfelder entstehen und erfordern digitale Kompetenzen«, sagt Lena Rohou. »Mit unseren kostenlosen Weiterbildungsangeboten im Rahmen der Google Zukunftswerkstatt möchten wir möglichst vielen Menschen Zugang zu digitalen Werkzeugen geben und ihnen helfen, ihre Potenziale zu nutzen.«

»Jeder Mensch hat etwas Tolles, von dem er erzählen kann«
Ximena Paula Barbano, Trainerin in der Google Zukunftswerkstatt

Eine ehemalige Teilnehmerin der Google Zukunftswerkstatt ist auch Ximena Paula Barbano. »Ich bin gebürtige Argentinierin, habe einen italienischen Pass und lebe in Augsburg, seit ich elf bin«, sagt Barbano. »Ich war immer der exotische Vogel und hatte nie das Gefühl, komplett akzeptiert zu sein.« In der Vergangenheit sagten andere oft über sie, dass sie nur deshalb Erfolg habe, weil sie so laut und auffällig sei. Heute sagt Ximena Paula Barbano selbstbewusst: »Ich bin erfolgreich, weil ich etwas draufhabe.«

Ursprünglich studierte die Augsburgerin Darstellende Kunst und arbeitete als Regisseurin am Theater. Weil keine Kultureinrichtung ohne Eigenmarketing auskommt, begann Ximena Paula Barbano, sich für Werbung zu interessieren. Schließlich verließ sie den Theaterbetrieb und begann in einer Agentur für digitales Performance-Marketing zu arbeiten. Berufsbegleitend studierte sie Wirtschaftspsychologie. In den kostenlosen Trainings der Google Zukunftswerkstatt bildete sich Barbano weiter, erfuhr mehr über Big Data und Algorithmen, über Suchmaschinenoptimierung und Google Analytics. Seit März 2021 arbeitet Ximena Paula Barbano als Team Leader Search Engine Advertising (SEA) bei ads&figures, einer der führenden Digitalagenturen in der Schweiz, und verantwortet Millionenbudgets. Nebenbei hat sie eine Ausbildung zum systemischen Coach absolviert – und gibt seit drei Jahren selbst Kurse in der Google Zukunftswerkstatt.

Ximena Paula Barbano konzentriert sich auf Persönlichkeitstrainings und berufliche Weiterentwicklung. Aktuell gibt sie im Rahmen der Google Zukunftswerkstatt Bewerbungstrainings und Workshops zum Thema Konfliktmanagement.

»Jeder Mensch hat etwas Tolles, von dem er erzählen kann«, sagt Barbano. »Ich liebe es, das herauszukitzeln.« Die Augsburgerin konzentriert sich auf Persönlichkeitstrainings und berufliche Weiterentwicklung, aktuell gibt sie im Rahmen der Google Zukunftswerkstatt Bewerbungstrainings und Workshops unter anderem zu den Themen Konfliktmanagement, Kommunikationsmanagement und Selbstvermarktung. »In den Onlinetrainings sind die unterschiedlichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugeschaltet«, erzählt sie. »Studierende sind ebenso dabei wie Mütter, Sportler, High-Level­Managerinnen – und jede und jeden spreche ich an. Ich freue mich, wenn in meinen Workshops möglichst alle aktiv mitmachen, dieser Austausch ist mein Adrenalin. Ich lerne bei jedem Workshop selbst dazu.«

So geht es auch den Teilnehmer:innen. Viele besuchen nicht nur ein Training, sondern absolvieren immer wieder neue. Nicole Arndt-Stadt von Little Glow wurde in der Google Zukunftswerkstatt auf das Thema Storytelling aufmerksam und besuchte daraufhin ein Training dazu. »Steine und Kristalle erzählen eine Geschichte«, sagt sie. »Unsere Kundinnen und Kunden wollen erfahren, woher sie kommen.« Der Großteil ihrer Steine etwa stammt aus alten, geschichtsträchtigen Sammlungen, von denen Arndt-Stadt heute ihrer Kundschaft berichtet. Sie erzählt in ihren Verkaufsgesprächen jetzt auch mehr über die Arbeitsbedingungen der Menschen, die Kristalle abbauen. Nach einem geschäftlichen Tief während der Pandemie geht es mit dem jungen Unternehmen nun wieder aufwärts. »Little Glow wächst«, sagt Nicole Arndt­Stadt stolz. Demnächst möchte sie in der Google Zukunftswerkstatt Kurse zum Thema Mitarbeiterführung belegen.

Fotos: Matthias Oertel (4), Charlotte Schreiber (3), Florian Generotzky (5)

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