Wie Menschen mit ihrer Suche etwas bewegen.

Suchen heißt verändern: Hier sprechen Menschen, die auf einer Mission sind – angetrieben von ihren Fragen.

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»Wie können wir Toleranz vorleben?«

Riccardo Simonetti setzt sich als Entertainer und Aktivist gegen Diskriminierung ein – und ermutigt andere, nie mit dem Fragen aufzuhören.

Fragen beschäftigen Menschen jeden Tag – und je vielfältiger unsere Gesellschaft wird, desto mehr Antworten suchen sie. Anfang 2021 wurde bei Google so oft nach den Themen Vielfalt und Diversität gesucht wie noch nie zuvor. Für den Entertainer und LGBTQI+ Sonderbotschafter des Europäischen Parlaments Riccardo Simonetti ist das eine gute Nachricht. »Da ich schon immer expressiv und feminin war und mich für Mode interessiert habe, war es für mich als schwuler Mann im konservativen Bad Reichenhall früher alles andere als einfach«, sagt er.

»Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, Menschen auf unterhaltsame Art und Weise Zugang zu Themen zu verschaffen, denen sie gegenüber sonst vielleicht gar nicht offen wären«, sagt Riccardo Simonetti.

Der Moderator, Schauspieler und Aktivist setzt sich für Aufklärung und Offenheit ein, indem er selbst Klischees hinterfragt und auch andere dazu ermutigt. Vermeintliche »Normen« und Stereotype hält er für realitätsfern. »Niemand sollte sich falsch fühlen oder einen Stempel aufdrücken lassen – denn das führt zu Diskriminierung«, so Riccardo.

Aus seiner Erfahrung entstand sein Kinderbuch »Raffi und sein pinkes Tutu«, in dem Riccardo Toleranz kindgerecht erklärt. In seiner Kindheit hätte er sich ein Vorbild gewünscht, nun ist er selbst eins. Riccardo hofft, dass die Menschen offener durch die Welt gehen, mehr ehrliche Fragen stellen und auch Kindern und Jugendlichen die Schönheit von Vielfalt vorleben. »Anderssein ist nämlich keine Schwäche«, sagt er. »Im Gegenteil: Es ist eine große Bereicherung.«

»Wie vertrauenswürdig sind Suchergebnisse?«

Die Datenanalystin Elizabeth Tucker und ihr Team sorgen dafür, dass die Google Suche immer aktuell, nützlich und schnell bleibt.

Elizabeth Tucker ist eine der Entwicklerinnen und Entwickler hinter der Google Suche. Sie und ihr Team arbeiten täglich daran, dass die Suche immer besser wird. »Wir wollen schnell Antworten geben – vor allem aber relevante und nützliche«, sagt Elizabeth. Dabei hilft der Google-Algorithmus, der erkennt, ob Informationen aus seriösen, vertrauenswürdigen Quellen stammen, und diese in den Suchergebnissen besonders hoch rankt.

»Rund 15 Prozent aller Suchanfragen, die wir jeden Tag sehen, wurden so noch nie zuvor gestellt«, sagt Elizabeth.

»Die Neugier der Menschen ist unendlich, also haben wir Möglichkeiten entwickelt, mit denen wir auch Ergebnisse zu nicht vorhersehbaren Anfragen liefern können.«

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»Wie geht ein Leben ohne Plastik?«

Max Watzlawek lebt mit seiner Familie in einem Tiny House in Brandenburg.

Weniger konsumieren und Müll produzieren, ohne im Alltag etwas zu missen? Geht das? Ein Jahr lang wälzten Max Watzlawek und seine Freundin Noreen diese Fragen. 2019 spendeten sie den Großteil ihres Besitzes und zogen aus ihrer Berliner Wohnung in ein Tiny House auf dem Land. Inzwischen teilen sie sich die 18 Quadratmeter mit ihrer Tochter. Mit den Fragen haben sie nicht aufgehört, aktuell treibt sie vor allem diese um: Können wir ganz auf Plastik verzichten?

»Wir haben die irreparablen Schäden in den Meeren gesehen, und auch für uns Menschen ist Plastik nicht gesund, Stichwort: Weichmacher«, sagt Max. Im Netz holt er sich immer wieder neue Anregungen. Lebensmittel kauft er auf dem Markt und im Unverpackt-Laden, Spielzeug nur gebraucht, außerdem verwenden Max und Noreen Stoffwindeln für ihre Tochter.

»Ich allein werde die Welt nicht retten«, sagt Max, »aber ich kann andere inspirieren, aktiv zu werden.«

Die Antworten, die er auf seine Fragen findet, teilt er auf seinem YouTube-Kanal Max Green und berät andere Menschen zum Thema Zero Waste, Minimalismus oder, wie Max sagt: die »Green-Life-Balance«.

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»Wie werden Suchanfragen CO2-neutral?«

Urs Hölzle, einer der ersten Angestellten von Google, macht mit seinem Team die Suchmaschine CO2-neutral.

Nicht nur materieller Konsum, auch das Internet produziert Emissionen. Die Google Suche soll darum klimaneutral werden. An dieser Mission arbeitet Urs Hölzle gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen weltweit. Als er 1999 zu den Google-Gründern Sergey Brin und Larry Page stieß, passte das Unternehmen noch in ein kleines Zimmer. Und heute? Tausende von Menschen arbeiten jeden Tag an der Google Suche. Urs Hölzle verantwortet die 22 Rechenzentren von Google, in denen die Suchanfragen bearbeitet werden. Sein nächstes Ziel:

»Bis 2030 wollen wir alle Rechenzentren rund um die Uhr aus regenerativen Quellen betreiben«, sagt Urs.

Er ist sich sicher, dass es klappt. »Der größte Widerstand ist oft der Glaube, dass etwas nicht geht.«

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Google betreibt in Europa fünf Rechenzentren,

davon vier in Nachbarländern Deutschlands. Das bislang modernste wurde Ende 2020 nach zwei Jahren Bauzeit in Dänemark fertiggestellt (Foto). Die Anlage arbeitet vom ersten Tag an CO2-neutral, weil Google zusätzlich in fünf Solarparks in Dänemark investierte.

»Wie wird Sprache inklusiver?«

Die Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin Enissa Amani hinterfragt diskriminierende Sprache.

Widerstände kennt auch Enissa Amani. Die Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin mit iranischen Wurzeln nutzt regelmäßig ihre Erfahrung und Bekanntheit, um über Rassismus und Diskriminierung aufzuklären und sich für eine bessere Welt und Vielfalt stark zu machen. »Natürlich stößt man immer auch auf Gegenwind, wenn man versucht, Dinge zu verändern«, sagt Enissa. »Das gehört dazu.«

Noch nie suchten die Menschen bei Google so oft nach Begriffen wie »Anti-Rassismus« und »White Privilege« wie 2020. Dass Menschen ihr Verhalten und ihre Privilegien überdenken, macht Enissa Hoffnung. In ihrem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten YouTube-Talk »Die beste Instanz« diskutierte sie speziell über die Macht der Sprache, und wie Worte – oft unbewusst – Wertungen und auch Vorurteile aufrechterhalten. Denn Sprache ist die Basis unserer Kommunikation.

»Wir alle machen Fehler – auch beim Thema Sprache – und oft steckt keine böse Absicht dahinter«, sagt Enissa. »Was mich stört, ist Ignoranz. Ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir etwas verändern wollen, über unsere eigene ›Bubble‹ und Identität hinausschauen müssen. Dazu gehören vor allem das Hinterfragen und Aufklären.« Enissa ist überzeugt, dass man diskriminierende Sprache überwinden kann: »Alles ist möglich.«

»Wie sieht die Zukunft des Internets aus?«

Der Informatiker Vinton Cerf gilt als einer der »Väter des Internets«.

Das offene, freie Internet, wie wir es heute kennen, entstand in den Siebzigerjahren. Damals schickte Vinton Cerf die ersten Daten durch die Welt. Der Vice President und Chief Internet Evangelist bei Google erfand damals jene Kommunikationsprotokolle, die bis heute die Datenübertragung im Internet regeln und Menschen auf der ganzen Welt verbinden. Vinton, seine Kolleginnen und Kollegen wussten damals noch nicht, wie sich das Internet entwickeln würde – aber sie wollten es so offen wie möglich halten. Es sollte ein Ort werden, an dem Menschen sowohl Informationen veröffentlichen als auch nach ihnen suchen können.

»Dass das Internet später der Öffentlichkeit dienen konnte, lag an seiner offenen Architektur«, erinnert sich Vinton.

»Wir wählten sie, weil uns klar war, dass neue Anwendungen und Kommunikationstechnologien kommen würden.«

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»Wie entstand eigentlich das offene Internet?«

1973

Bob Kahn und Vinton Cerf arbeiten am ersten Internetprotokoll

1989

Tim Berners-Lee begründet das World Wide Web

1998

Larry Page und Sergey Brin gründen Google, bereits 1997 geht die Google Suche online

2021

Für jede Suchanfrage überprüft Google mehrere 100 Millionen Webseiten

»Und welche Fragen treiben Google an?«

Jede neue Frage verändert die Welt. Diesen Gedanken, diese Motivation hatten Sergey Brin und Larry Page im Kopf, als sie in den Neunzigerjahren dieses Unternehmen gründeten. Google hat sich seither weiterentwickelt, aber unsere Mission ist dieselbe geblieben: Die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen. Damit keine Frage unbeantwortet bleibt.

Für alle, die mehr über die Google Suche wissen wollen: Das Aufbruch-Magazin führt Interessierte hinter die Kulissen von Google. Die Ausgabe beantwortet unter anderem diese Fragen: Wie arbeiten die Entwicklerinnen und Entwickler bei Google? Wie verdient Google Geld? Auf welche Weise nützt und hilft die Google Suche den Menschen im Alltag? Und wann wurden die Informationen im Internet so zahlreich und vielfältig, dass eine Suchmaschine nötig wurde?

Fotos: Julia Sellmann (3), Winni Wintermeyer (4), Felix Brüggemann (2), Google (2), Thomas Victor (2), Jared Soares (3)

Videos: Google, Thomas Victor, Felix Brüggemann, Julia Sellmann, Videoschnitt und Animation: Melanie Ziggel

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