Aufbruch in Deutschland: Wie die Digitalisierung unser Leben verändert

Unter dem Motto »Aufbruch« widmen wir uns immer wieder der Digitalisierung in all ihren Facetten. In den Metropolen Hamburg, Berlin und München tut sich derzeit besonders viel. Wir haben digitale Ideen und Projekte in diesen Städten besucht.

Ein Aufbruch muss keine große Sache sein. Aufbruch entsteht schon dort, wo Menschen einander zuhören und austauschen, wo Platz für Entfaltung und Gedanken entsteht, wo neue Projekte starten. Google Deutschland publiziert unter dem Titel »Aufbruch« immer neue Geschichten zur Digitalisierung unseres Lebens: Jeder erkundet die Welt des Internets auf eigene Weise und in seinem ganz eigenen Tempo – Google zeichnet diese Entdeckungsreisen nach, beschreibt Hilfestellungen, portraitiert Denkerinnen und Denker, Macherinnen und Macher und überhaupt Menschen, die andere auf dem Weg zu einem digitaleren Leben unterstützen.

Besonders gut lässt sich die Digitalisierung gerade in den Metropolen Hamburg, Berlin und München erfahren. Diese drei Orte haben sich in den vergangenen Jahren zu wichtigen digitalen Zentren entwickelt, die wir hier intensiver vorstellen wollen.

In München zum Beispiel lässt sich die Zukunft des Flugtaxis besichtigen, dort leben aber auch echte Einhörner, also Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet sind. Erste Pflegeeinrichtungen experimentieren an der Isar mit Robotern und traditionsreiche Museen wie die Pinakotheken laden dazu ein, ihre Bestände online zu entdecken. Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt sich im Gespräch stolz über die Entwicklung der Stadt, sieht aber auch noch Aufholbedarf – die Verwaltung zum Beispiel soll noch digitaler werden und noch mehr Gebäude sollen Zugang zu schnellem Internet erhalten.

In der HighTech-Werkstatt MakerSpace kann jeder mit neuesten Werkzeugen Prototypen künftiger Produkte bauen oder einfach handwerkliche Fähigkeiten erlernen. Bild rechts: In den Münchner Google-Büros arbeiten unter anderem Sven Heistermann und Ewa Dürr an neuen Produkten oder für große Kunden.

Übrigens rief ein Münchner eine kostenfreie Lernplattform ins Leben, mit der Schüler selbstbestimmt und im eigenen Tempo lernen können. Aber auch auf einer anderen Bildungsebene, an den Hochschulen, spielt das Digitale eine große Rolle: Münchner Studierende arbeiten unter anderem an Flugrobotern, die Astronauten auf der Internationalen Raumstation bei der Arbeit unterstützen. In Digitallaboren vermitteln sie sich gegenseitig Erfahrungen mit Datenanalyse oder 3-D-Druck, der wiederum Ausgangspunkt für vielfältige Entwicklungen sein könnte. Die Inspiration für Innovation finden viele noch heute im Deutschen Museum, das eine Reihe seiner Objekte online verfügbar und erkundbar macht – damit Menschen auf der ganzen Welt vom Reichtum an Ideen profitieren können.

In Hamburg ist in den vergangenen Jahren ein besonders buntes und vielgestaltiges Start-up-Ökosystem herangewachsen. Aber auch die Zukunft des Hafens oder des Flugzeugbaus wird in der Hansestadt gerade digital und natürlich widmen sich auch Kulturschaffende, das Sozialwesen und die lokale Wirtschaft den Chancen des Internet. Traditionelle Unternehmen, wie etwa ein Fahrzeughersteller, verändern sich mitunter zu Software- und Systemanbietern, Logistikspezialisten gehen online. Die Hamburger Kunsthalle hat Tausende von Zeichnungen und Grafiken im Web verfügbar gemacht. Auch der erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher gibt sich mit Blick auf den Digitalisierungsgrad seiner Stadt zuversichtlich. Er erklärt: »Wir bieten zeitgemäßen Service.« Die Wirtschaft, so Tschentscher, sei bereit für Veränderungen. Zudem habe die Europäische Union die Hansestadt als »leading innovation region« eingestuft und im Deutschland-Index der Digitalisierung sei Hamburg als »beste digitale Verwaltung« bezeichnet worden.

Experimentierfreude findet sich in Hamburg an vielen Stellen – sei es im Miniatur Wunderland, der größten Modelleisenbahnanlage der Welt, oder CitySciencesLab, das künftig die Stadtplanung erleichtern soll.

Die meisten Angebote sind natürlich von einer funktionierenden digitalen Infrastruktur abhängig, egal ob in der Verwaltung, der Industrie, bei Start-ups oder gemeinnützigen Projekten. Beispielsweise die App Camps: Die Hamburger Diana und Philipp Knodel vermitteln Schülerinnen und Schülern seit einiger Zeit unter anderem die Grundlagen des Programmierens. Und selbstverständlich spielt das Digitale auch an den Hochschulen eine große Rolle: Hamburger Studierende entwickeln in sogenannten FabLabs Prototypen von neuen Produkten, während die Plattform ahoi.digital dabei hilft, die Hochschulen der Stadt besser zu vernetzen. An der TU wird an humanoiden Robotern geforscht, während im CityScienceLab Stadtplanung völlig neu gedacht wird. Ein bisschen verspielter geht es im Miniatur Wunderland in der Speicherstadt zu, wo die größte Modelleisenbahn der Welt immer weiter wächst. Sogar ein Google Street View Auto fuhr schon durch diese kleine Welt.

In Berlin wird intensiv an der Zukunft der Musik, der Arbeit und der Finanzen gewerkelt – eine Reihe von jungen Unternehmerinnen und Unternehmern revolutioniert die Art und Weise, wie wir zahlen und überweisen. Gründungen wie der Onlinehändler Zalando oder die Onlinebank N26 sind mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet und zählen damit auch zu den erwähnten »Einhörnern”. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller erlebt seine Stadt als boomenden Ort: »Die Digitalisierung beflügelt Berlin.« Er verweist unter anderem darauf, dass es in den Jahren 2017/18 im Berliner Start-up-Umfeld mehr Gründungen als in Hamburg, Frankfurt und München zusammen gab. Und dabei soll es nicht bleiben: Der Flughafen Berlin-Tegel wird vermutlich eines Tages zum Forschungs- und Industriepark werden und die Weiterentwicklung der Branche sichern.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, ist der festen Überzeugung, dass die Digitalisierung die Hauptstadt beflügelt. Zu sehen ist das unter anderem am Beispiel der sozialen Initiative Karuna, die zusammen mit jungen Obdachlosen eine App entwickelte, welche beim Leben auf der Straße Hilfe bieten kann. Rechts: Im neuen Google-Büro in Berlin diskutieren Isabelle Sonnenfeld vom Google News Lab und Jakob Uszkoreit, Experte für Künstliche Intelligenz.

Doch nicht nur klassische Gründer, auch Sozialunternehmer sind in der Hauptstadt gut aufgehoben. Initiativen wie Karuna zum Beispiel: Jörg Richert entwickelte gemeinsam mit jungen Obdachlosen eine App, die obdachlosen Jugendlichen gut 3500 Einrichtungen anzeigt, in denen sie Essen oder medizinische Hilfe finden. Bald bezieht Richert mit seinen Kollegen neue Räume im ehemaligen Umspannwerk in Kreuzberg: Das »B612« wird ein soziales Innovationszentrum für Start-ups der Gemeinwohlarbeit.

Wer nach der Reise zu den drei digitalen Metropolen Lust verspürt, seine ganz persönlichen digitalen Fähigkeiten zu erweitern, dem dürfte dieses Angebot entgegenkommen: Die Google Zukunftswerkstatt bietet allen Interessierten in Hamburg, Berlin und München kostenlose Trainings an, in denen Grundlagenwissen für das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vermittelt wird. Ein Blick auf das Angebot lohnt sich, sagen ehemalige Teilnehmer – ein Satz, der vermutlich für das gesamte digitale Ökosystem in Deutschland gilt.

MEHR ZUR GOOGLE ZUKUNFTSWERKSTATT UNTER:

zukunftswerkstatt.de

Fotografie: Lucas Wahl, UnternehmerTUM/Bernd Willer, Constantin Mirbach, Benne Ochs, Melina Mörsdorf, Charlotte Schreiber, Thomas Eugster, Felix Brüggemann, Karuna; Illustration: Katrin Rodegast/Foto Ragnar Schmuck, Frank von Grafenstein, Julia Krusch, Mengxin Li (2)

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