» 600 000 Tests «

Die Datenanalystin Elizabeth Tucker und ihr Team sorgen mithilfe von Tests und Experimenten dafür, dass die Google Suche immer aktuell, nützlich und schnell bleibt. Wie? Ein Gespräch
5 Minuten Lesezeit

Frau Tucker, wenn ich etwas bei Google suche, bekomme ich in weniger als einer Sekunde Ergebnisse. Wie kann das sein?

Damit wir unsere Dienste 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche anbieten können, besitzt und betreibt Google Rechenzentren auf der ganzen Welt. Eine Suchanfrage wird deshalb nicht um den Globus geschickt, sondern im nächstgelegenen Server bearbeitet. Aus diesem Grund können wir sehr schnell relevante Suchergebnisse liefern.

Es gibt Milliarden von Webseiten, jede Sekunde werden Hunderte neue veröffentlicht. Wie sorgen Sie für die Aktualität der Suchergebnisse?

Das Internet entwickelt sich in der Tat ständig weiter. Manche Inhalte ändern sich innerhalb von Sekunden, dort nehmen wir sekündlich Aktualisierungen vor: Wenn Sie zum Beispiel nach dem aktuellen Stand eines Fußballspiels suchen, liefern wir sekundengenau Antworten. Wenn es dagegen um historische Ereignisse geht, bleiben die Informationen unter Umständen jahrelang statisch. Google verarbeitet jedes Jahr Billionen von Suchanfragen. Deshalb entwickeln wir die Google Suche permanent weiter.

» Die Neugier der Menschen ist unendlich «

Wie sieht diese Weiterentwicklung konkret aus?

Die Neugier der Menschen ist unendlich, also haben wir Mittel und Wege entwickelt, mit denen wir auch Ergebnisse zu nicht vorhersehbaren Anfragen liefern können. Konkret sieht das so aus, dass wir das Internet – sowohl neue als auch bestehende Webseiten – ständig nach neuen Inhalten durchforsten und diese in den Google-Suchindex sortieren. Den kann man sich wie eine Bibliothek vorstellen, in der die Informationen von Webseiten nach Stichworten sortiert sind. Ohne diese Vorarbeit wäre es bei der Menge an Informationen im Internet nahezu unmöglich, das zu finden, was man sucht. Unsere Ranking-Systeme bestehen nicht aus einem, sondern aus einer ganzen Reihe von Algorithmen, die darauf ausgelegt sind, für die jeweilige Suchanfrage relevante und nützliche Ergebnisse zu finden und hervorzuheben.

Aber woran erkennen Algorithmen relevante Ergebnisse?

Unsere Suchalgorithmen berücksichtigen viele Faktoren, darunter die Begriffe, die in der Suchanfrage vorkommen, die Relevanz und Benutzerfreundlichkeit der Webseiten, die Expertise der Quellen sowie den Standort und die Ein­stellungen der Nutzerinnen und Nutzer. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren hängt von der Art der Suchanfrage ab: So spielt beispielsweise die Aktualität des Inhalts bei der Beantwortung von Fragen zu aktuellen Nachrichten­themen eine größere Rolle als allgemeine Definitionen. Unsere Suchalgorithmen entwickeln wir jeden Tag weiter.

» Heute hilft vor allem maschinelles Lernen dabei, dass Google die Suchanfragen versteht «

Können Sie beschreiben, wie diese tägliche Entwicklungsarbeit aussieht?

Bevor wir etwas an der Suche ändern, führen wir umfangreiche Tests und Experimente mit erfahrenen Entwicklerinnen und Entwicklern, Suchanalystinnen und Suchanalysten und Rechts- und Datenschutzexpertinnen und -experten durch. Nur wenn diese Tests zeigen, dass eine Änderung wirklich nützlichere Ergebnisse bringt, führen wir sie ein. 2020 haben wir mehr als 600 000 solcher Experimente und Live-Tests durchgeführt und 4500 Verbesserungen eingeführt.

Was zeichnet ein gutes Suchergebnis aus?

Larry Page, einer der Gründer von Google, beschrieb die perfekte Suchmaschine einmal so: Sie versteht genau, was man meint, und gibt einem genau das, was man will. Heute hilft vor allem maschinelles Lernen dabei, dass Google die Suchanfragen der Nutzerinnen und Nutzer in der Tat versteht – egal wie Suchbegriffe angeordnet sind, ob sie richtig oder falsch geschrieben sind. In den vergangenen fünf Jahren haben wir dank maschinellem Lernen einen der größten Fortschritte in der Geschichte der Google Suche gemacht: Mithilfe des neu entwickelten DeepRank-Algorithmus kann die Suche den sprachlichen Kontext einer Frage besser einordnen und noch passendere Ergebnisse anzeigen. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Wir sind zufrieden, wenn wir schnell relevante Antworten liefern und die gesuchten Informationen in passenden Formaten sinnvoll und hilfreich aufbereiten. Wir haben festgestellt, dass relevante Suchergebnisse dazu führen, dass Nutzerinnen und Nutzer auch mehr Zeit auf den Webseiten verbringen, die sie über die Suche finden.

Die Datenanalystin Elisabeth Tucker und ihr Team sorgen dafür, dass die Google Suche immer aktuell, nützlich und schnell bleibt.

Sie haben es angedeutet: Die Google Suche zeigt heute nicht nur Webseiten als Suchergebnisse an. Welche Formate gibt es?

Wir organisieren Informationen auf der Such­ergebnisseite so, dass sie möglichst leicht zu scannen und zu verarbeiten sind. Wenn Sie zum Beispiel nach einem Restaurant suchen, hilft Ihnen die Google-Maps-Navigation, das Lokal in Ihrer Nähe zu finden. Suchen Sie einen bestimmten Pullover, ist es hilfreich, wenn Sie angezeigt bekommen, ob ein Geschäft in der Nähe dieses Stück auf Lager hat. Wenn man Informationen so aufbereitet, wird es wahrscheinlicher, dass Nutzerinnen und Nutzer finden, wonach sie suchen.

Die Google-Suchalgorithmen ranken relevante Suchergebnisse besonders hoch. Unter welchen Umständen entfernt Google Suchergebnisse?

Wir versuchen immer, ein Gleichgewicht zu finden: Einerseits wollen wir sicherstellen, dass die Menschen freien Zugang zu Informationen haben, andererseits tun wir unser Bestes, um unsere Nutzerinnen und Nutzer vor schädlichen Inhalten im Internet zu schützen. In speziellen Situationen entfernen wir Inhalte aus den Suchergebnissen – zum Beispiel aus rechtlichen Gründen, bei Verstößen gegen die Richtlinien für Webmaster oder auf Antrag eines Webmasters, der für die entsprechende Seite zuständig ist.

» Der Kampf gegen Spam ist ein nie endendes Katz-und-Maus-Spiel «

Und wie geht Google mit Spam um?

Dank unserer Suchalgorithmen werden die für eine Suchanfrage relevantesten und nützlichsten Ergebnisse ganz oben angezeigt. Die Faktoren, die in unser Ranking einfließen, sind öffentlich, damit Webentwickler verstehen, welche Inhalte Google als relevant einstuft. Spam dagegen simuliert nur, diese Kriterien zu erfüllen, ohne tatsächlich relevante Inhalte zu liefern. In unseren Richtlinien sind alle Arten von Spam aufgeführt, die zu einem schlechteren Ranking führen – zum Beispiel der Missbrauch von Keywords. Spam wird in der Google Suche schlecht gerankt und kann unter Umständen auch aus der Suche entfernt werden. Der Kampf gegen Spam ist ein nie endendes Katz-und-Maus-Spiel und der Grund, warum wir abwägen müssen, wie viele Details wir über die Suchalgorithmen preisgeben können. Trotzdem legen wir Wert auf Transparenz, damit Webentwickler großartige Inhalte erstellen und Sichtbarkeit und Traffic über die Google Suche erhalten können.

Fotos: Winni Wintermeyer

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